Mit dem Tesoro Neo X 1 in und über der City - e-motion e-Bike Experten

Mit dem Tesoro Neo X 1 in und über der City

Komfortabel und gleichzeitig sportlich unterwegs

Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2022

Voraussichtliche Lesedauer: 14 Minuten

Freiburg im Breisgau. Radfahren und Ökologie haben hier zweifelsohne einen ganz besonderen Stellenwert. Ich freue mich schon darauf, hier das neue Top Modell der Tesoro-Reihe von Cannondale Probe fahren zu dürfen – das Trekking e-Bike Tesoro Neo X 1.

Die Spannung steigt. Gut versteckt vor neugierigen Blicken, befindet sich in Freiburg, auf dem historischen Gelände der Ganter-Brauerei, die Entwicklungsabteilung der US-amerikanischen Kultmarke Cannondale. Bei dem Wort Entwicklungsabteilung denke ich automatisch an geheime Erfindungen und Mister Q von James Bond. Das weitläufige historische Brauereigelände wäre die perfekte Film-Kulisse. Genau hier hat die Entwicklung der Tesoro Trekking e-Bikes zum großen Teil stattgefunden. Mit meinem Belchenradler-Team-Kollegen Wanja, der mich auf der Testfahrt begleitet, hole ich die Modelle direkt bei Cannondale ab. Am Abholungsort angekommen, können wir unsere Testbikes direkt begutachten. Ein Tesoro in der Rahmenform „Step-Thru“ und der Farbe Lavendel und eines als „Low Step Thru“ in der Farbe Agave. Na dann auf zur Probefahrt! 

Die wichtigsten Spezifikationen kurz und knapp:

  • Motor: Bosch Performance Line CX Smart System, 250W 
  • Akku: 750 Wh 
  • Display: Bosch Kiox 300 Farbdisplay mit LED Remote 
  • Schaltungstyp: Kettenschaltung 
  • Schaltwerk: Shimano Deore LinkGlide 10-Gang 
  • Rahmen: SmartForm C1 Aluminum
  • Rahmenformen: Low Step-Thru, Step Thru und Diamant, interne Kabelführung 
  • Gabel: SR Suntour XCR34, Coil, 100 mm Federweg 
  • Bremsen: Magura CT, hydraulische Scheibenbremse, 2-Kolben, Bremsscheiben v: 203 mm h: 203 mm 
  • Licht: Axa Blueline 30, integriertes Tagfahrlicht 
  • Reifen: Maxxis Pace, 29 x 2,1 Zoll (L/XL) • Gewicht: 24 kg 
  • Farben: Agave / Lavendel / Grau / Blau • UVP: 4999 € 

Erster Eindruck 

Wanja und ich sind uns einig: Die Tesoro Neo X 1 sehen in real noch besser aus als auf so manchem Foto, das ich im Netz gefunden habe. Die Rahmen-Farben begeistern uns und der Gesamteindruck wirkt stimmig und durchaus sportlich. Auf den ersten Blick ist klar sichtbar, dass das Trekking e-Bike mit dem neuen Bosch Smart System ausgestattet ist. Der lange 750 Wh Bosch Akku ist im Unterrohr verbaut. Um Platz für den Akku zu schaffen, bedingt dieses Konzept eine Aufrichtung des Bosch Performance Line CX Motors, wodurch dieser Bereich leider immer etwas wuchtig und sperrig aussieht. Besonders in Relation zum schlanken Unterrohr. Richtig auffällig ist dies allerdings nur in der frontalen Seitenansicht. In anderen Blickwinkeln und vor allem beim Fahren, fällt dies weniger bis gar nicht weiter auf. 

Die Probefahrt 

Mit jugendlicher Unbekümmertheit schwingt sich Wanja intuitiv auf den Step-Thru-Rahmen und überlässt mir den Tiefeinsteiger. Was er aber noch nicht zu wissen scheint: Ein Tesoro Neo X 1 ist ein Wolf im Schafspelz. Wer bei dem Tiefeinsteiger an ein reines City e-Bike oder gar an ein Hollandrad denkt, liegt falsch. Im Übrigen unterscheiden sich beide Tesoro nur durch die Farbe und den Einstieg, ansonsten sind sie komplett identisch. Erhältlich ist das Tesoro auch mit Diamantrahmen in einem dunklen Blauton. Die Sitzposition ist bequem aber durchaus sportlich und mit einer ausgewogenen Gewichtsverteilung zwischen Sattel und Lenker.

Schon auf den ersten Metern wird klar: Das Tesoro Neo X 1 ist nicht nur wegen seines großen 750 Wh Akkus für Langstrecken geeignet. Sowohl der bequeme und hochwertige Selle Royal Sattel als auch der breite Lenker stammen aus dem Trekking-Bereich. Ich sitze wunderbar zentral im Bike und fühle mich sofort wohl. Cannondale selbst sieht sein Tesoro Neo X 1 als ein e-Bike für Alles. Du hast die Wahl. Denn egal ob City oder Entdeckertouren im Hinterland, alles scheint damit möglich zu sein. Wir möchten die Trekking e-Bikes zunächst im urbanen Raum testen und radeln daher Richtung Innenstadt zum Münsterplatz. 

e-Biken in Freiburg 

Wahnsinn! Wir befinden uns nun mitten im bunten Gewusel der Innenstadt. Alles rennt und fährt hier kreuz und quer – wie kopflose Hühner. Die Straßenbahn bimmelt von links und ein Lieferwagen sucht die Lücke zwischen einer Taubenschar und einem Freiburger „Bächle“ – ein Wahrzeichen der Altstadt. Ich dachte bislang immer Mountainbiken sei Risikosport, aber hier muss man weit mehr aufpassen und permanent 360° Umsicht walten lassen. 

Tagfahrlicht 

Wanja fährt einige Meter hinter mir. Ein kurzer Blick über die Schulter genügt und ich sehe sein grelles Tagfahrlicht. An dem integrierten Licht im Steuerrohr erkenne ich sofort, dass er noch hinter mir ist. Klasse! Das Tagfahrlicht ist kein modisches Gimmick, sondern erfüllt hier perfekt seinen Zweck, besser gesehen zu werden. Wir rollen über ruppiges, altes Kopfsteinpflaster und das Tesoro macht einen hervorragenden Job. Die breiten 29 Zoll Maxxis Pace Reifen dämpfen gut und sind bestens geeignet für den Slalom über Straßenbahnschienen. Sie sind breit genug, um nicht Gefahr zu laufen, in die Rillen zu kommen. Auch die Parallelogramm-Sattelstütze absorbiert Stöße effektiv, ohne lästiges Wippen. Das ganze e-Bike macht einen durch und durch soliden und hochwertigen Eindruck auf uns. Die Schutzbleche sind aus Metall. Da klappert und wackelt nichts. Der stabile Gepäckträger ist Racktime-kompatibel und für bis zu 25 Kilogramm Last ausgelegt. Eine große Auswahl an Taschen, Körben und Transportboxen lässt sich damit einfach und sicher befestigen.

Weiter geht’s zum Münstermarkt! Wir fahren durch pittoreske Gassen und finden ständig neue Locations für ein kurzes Foto- oder Videoshooting. Beim dem häufigen Auf- und Absteigen in der ersten Stunde lerne ich allmählich die Vorzüge eines Tiefeinsteigers in der Stadt zu schätzen und zu lieben. Auch das praktische ABUS Rahmenschloss kommt zum Einsatz, als wir eines der Trekking e-Bikes kurz abstellen. Mit dem selben Schlüssel wird auch der Akku im Unterrohr gesichert. Unsere zwei Cannondales haben sich im ersten Teil unserer Testfahrt in der Freiburger Altstadt mit Bravour geschlagen und lassen im urbanen Umfeld keine Wünsche offen. Nun wollen wir raus in die Natur und machen uns auf den Weg zum Freiburger Schlossberg und zum Aussichtspunkt Kanonenplatz. 

Mit den Cannondales auf den Kanonenplatz 

Direkt hinter dem Schwabentor geht es mächtig steil bergauf. Zuerst noch auf Asphalt und dann auf unbefestigten Waldwegen. Die Tesoros verfügen über eine Shimano Deore 10-Gang-Schaltung mit einer 11-43 LINKGLIDE Kassette. Perfekt für präzise und verschleißarme Schaltvorgänge – besonders bei einem e-Trekkingbike. Wer vom e-Mountainbike eine 12-fach Schaltung gewohnt ist, wird vielleicht den ein oder anderen kleineren Gang vermissen. Der Kletterfähigkeit des Tesoro Neo X1 tut es jedenfalls keinen Abbruch. Außerdem ist der Tausch einer 10-fach Deore Schaltung deutlich günstiger. Allein der bärenstarke 85 Nm Bosch Motor sorgt schon dafür, dass selbst Treppenstufen steil bergauf problemlos überrollbar sind. Und all dies mit einem Tiefeinsteiger! Da bekommt man dann doch das Grinsen nicht mehr so schnell aus dem Gesicht. Bei solchen Aktionen merkt man, dass im Tesoro versteckte MTB-Gene schlummern, die nur darauf warten, geweckt zu werden.

Geschafft! Wir kommen mit unseren e-Bikes auf dem Kanonenplatz an. Von hier aus genießen wir den den fantastischen Ausblick weit über das Münster und die Breisgau-Metropole. Beim Fotoshooting auf dem Schlossberg werden wir wiederholt auf unsere e-Bikes angesprochen. “Gibt es die schon zu kaufen?” – eine Dame ist so begeistert, dass sie auf der Stelle eine Probefahrt gemacht hätte. In früheren Jahrhunderten war der Schlossberg Teil einer Festungsanlage, von der Kanonen abgefeuert wurden. Heute bevorzugen wir es, noch ein letztes Mal unsere Tesoro Neos abzufeuern und den letzten Anstieg zur Ludwigshöhe zu erklimmen. Wieder geht es einzelne Treppenstufen bergauf. Wir haben inzwischen Vertrauen in die e-Bikes und deshalb wächst auch langsam der Spieltrieb in uns. Wanja kann es daher nicht lassen kurz im „Wheelie“ bergauf zu fahren. 

Reifen, Bremsen und Fahrwerk 

Eigentlich wären wir noch gerne weiter Richtung Rosskopf gefahren, aber die Zeit drängt und so machen wir uns auf den Rückweg. Auf der folgenden steilen Abfahrt zurück in die Stadt vermitteln unsere Tesoro Neo X 1 viel Sicherheit. Die Magura MT C2 Bremsen besitzen vorne und hinten jeweils große und hitzebeständige 203 mm Bremsscheiben. Eine Überhitzung die zu quietschenden Belägen führt, kann dadurch wirkungsvoll vermieden werden. Natürlich wären vorne 4-Kolbenbremsen noch das i-Tüpfelchen. Die Bremsen lassen sich aber auch so gut dosieren und die Bremskraft ist völlig ausreichend für den Verwendungszweck. Die großen Magura 2-Finger Bremshebel entsprechen ergonomisch nicht so ganz meiner Wunschvorstellung. Eine volle Bremswirkung ließe sich auch problemlos mit nur einem Finger abrufen. Solche Dinge sind aber immer Geschmackssache.

Besonders überzeugen können die Maxxis-Reifen. Sie rollen angenehm leise auf Asphalt und bieten dennoch auf unbefestigten Waldwegen bergab genügend Grip. Kleine Steinchen, die auf unbefestigten Wegen aufgewirbelt werden, verursachen mitunter helle und metallische „Bling”-Geräusche, wenn sie gegen die Metallschutzbleche fliegen. Kunststoff wären da etwas leiser aber dafür weniger wertig in der Optik und weniger haltbar. Als Federgabel ist eine einfache aber robuste SR Suntour XCR 34 verbaut. Die Stahlfedergabel ist zwar im Ansprechverhalten nicht ganz so sensibel, wie eine Luftfedergabel es wäre, sie verrichtet aber unauffällig und wartungsarm ihren Dienst. Auch 5 – 6 Treppenstufen bergab sind damit kein Problem.

Der Bosch CX Motor 

Das Herz des Tesoro Neo X 1 ist der 85 Nm Bosch Performance Line CX Motor. Er ist wundervoll dosierbar, kraftvoll und zuverlässig. Allerdings hat er den Ruf, nicht unbedingt der leiseste Antrieb zu sein. Je nach Rad und Rahmen gibt es da aber durchaus Unterschiede. In unseren Test Trekking e-Bike läuft der Bosch CX meinem Empfinden nach um einiges leiser als ich es von anderen e-Bikes gewohnt bin. Offensichtlich haben es die Ingenieure von Cannondale geschafft, ihn akustisch etwas zu zügeln. Pfiffig gelöst wurde auch die Abdeckung der Ladebuchse. Normalerweise verfügt diese oft über eine der üblichen Gummiabdeckungen, die man früher oder später immer verliert und die auch selten dicht abschließt. Aber hier haben die Entwickler:innen dem Tesoro eine stabile, dichte Verschlussklappe inklusive Scharnier und Sicherung spendiert. Die Position der Ladebuchse ist seitlich am Oberrohr angebracht. So musst du dich beim Einstecken des Ladekabels nicht lästig bücken.

Das Bosch Smart System

Das Tesoro verfügt über das aktuelle Bosch Smart System, inklusive LED-Remote und Kiox 300 Display. Alle Funktionen und Möglichkeiten, die es zusammen mit der Flow App bietet, hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Wer sich für die Fahrdaten interessiert, für den ist das Smart System sehr nützlich und hilfreich. Wer sich aber lieber auf das Radfahren und die Umgebung konzentrieren will, wird ebenfalls glücklich. Denn die Bedienung über die Remote geht einfach und intuitiv

Am Ende unserer vierstündigen Tour haben wir nur etwa 20 % der gesamten Akkukapazität verbraucht. Hier wird klar, welche enorme Reichweite im 750 Wh Akku steckt. Cannondale spricht von einer Reichweite von bis zu 175 km. Ganztägige Trekkingtouren inklusive Gepäck und ordentlich Höhenmeter sind damit problemlos realisierbar.

Fazit

Es stimmt: Das mögliche Einsatzgebiet eines Cannondale Tesoro Neo X 1 ist schier grenzenlos. Du hast die Wahl! Herzlichen Dank an Cannondale in Freiburg für die Bereitstellung der Testräder. 

Wenn du auch Interesse an einem Cannondale Tesoro Neo X 1 hast, dann vereinbare gleich einen Termin bei einer e-motion e-Bike Welt in deiner Nähe. Unsere Expert:innen beraten dich ausführlich bei deiner Wahl und finden das passende Modell für dich. Bei einer kostenlosen Probefahrt kannst du dich dann noch restlos von deinem Traum e-Bike überzeugen. Wir freuen uns auf deinen Besuch.

Christof

Christof

...nimmt für e-motion die neuesten e-Bikes unter die Lupe
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