Das Riese & Müller Delight GT Rohloff HS im Test

Der finale Teil unserer S-Pedelec Testberichte Reihe

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Im letzten Teil unserer S-Pedelec Testreihe geht erneut ein Modell von Riese & Müller an den Start – das Delight GT Rohloff HS. Hier erfahrt ihr im Testbericht, wie es im Vergleich zum Supercharger2 HS und dem ST3 von Stromer abschneidet:

Konzept und Ausstattung 

Das Riese & Müller Delite GT Rohloff HS bietet mit seiner E14 14 Gang-Rohloff Nabenschaltung mit Riemenantrieb, eine riesige Bandbreite von 526%. Deutlich mehr als die Enviolo beim Supercharger und die  1×11-fach Shimano beim ST3, mit jeweils 380%.  
Als weiteres Hauptunterscheidungsmerkmal ist das R & M Delight vollgefedert. Die verbauten Bremsen und die Lichtanlage sind wie beim Supercharger die bewährten MT4 / MT5 Bremsen von Magura und die Supernova M99 Lichtanlage. Das S-Pedelec besitzt eine Suntour Gabel und Dämpfer, alternativ bekommt man auch eine 34er Fox-Gabel  und Fox Float Dämpfer. 

Der verbaute Akku hat eine Kapazität von 500 Wh. Wer besonders ausgiebige Touren plant, kann optional auch auf den 625 Wh Akku zurückgreifen oder gleich das Superdelight mit DualBattery System wählen. Ganz R & M typisch ist auch beim Delight alles sehr hochwertig und funktional konzipiert. Es lässt sich zudem fast nach Belieben in zahllosen Ausstattungsvarianten konfigurieren und an die individuellen Bedürfnisse des Fahrers anpassen. 

Das Riese & Müller Delite GT Rohloff HS auf Kopfsteinpflaster

Fahreindrücke  

Wow – schon beim ersten Überrollen eines kleinen Bordsteins wird bereits nach wenigen Metern klar, mehr Fahrkomfort geht nicht! Das Delight bietet als vollgefedertes Speed-Pedelec ein unvergleichliches Fahrgefühl. Kleine Hindernisse, Schlaglöcher und Fugen auf einer Straße, oder Steine und Wurzeln auf Schotterpisten und Naturwegen – alles wird glattgebügelt. Full suspension bringt deutlich mehr Komfort, aber auch mehr Sicherheit und  letztlich mehr Fahrspaß. Natürlich hat dies seinen Preis. 

Die Magura MT4 / MT5 Scheibenbremsen beissen kraftvoll zu, um das Delight HS in jeder Situation sicher abzubremsen und lassen sich dennoch feinfühlig dosieren. Sie passen  perfekt zu diesem Rad. Das Delight ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel, um schnell  von A nach B zu kommen. Es hat Traktion, Power und ist agil.  

Wie beim Supercharger2 ist auch beim Delight HS der kräftige 85 Nm Bosch Performance Line Speed 4.0 verbaut. In Kombination mit der elektronischen Rohloff 14-Gang Nabenschaltung fährt sich das Delight aber völlig anders. Eine breite Entfaltung von 1,90 bis 10,15 Metern bietet für das gesamte Geschwindigkeitsspektrum von 0 bis 45 km/h vernünftige Gänge und hält auch an Steigungen passende Übersetzungen bereit. Klasse – so kann man ein S-Pedelec extrem vielseitig nutzen.  

Der Riemenantrieb des Riese & Müller Delight GT Rohloff HS

Überzeugend vielseitig

Die Rohloff überzeugt mit ihrer Bandbreite von 526 % voll und ganz. Die Übersetzung des größten Ganges ist zwar minimal kürzer als beim Stromer, aber bis 45 km/h pedalieren ist auch hier kein Problem.  

Ein gewisser Nachteil der Rohloff ist neben dem hohen Preis die Schaltdauer. Gangwechsel brauchen etwas mehr Zeit als bei einer Kettenschaltung oder der stufenlosen Enviolo und sollten auch nicht unter Last erfolgen. Ich halte dies jedoch in Anbetracht der Vorteile für akzeptabel. Die Rohloff gilt außerdem als extrem langlebig, wartungsarm und nahezu unzerstörbar. Interessant: Hält man beispielsweise an einer Ampel an, schaltet die E-Rohloff automatisch auf den fünften Gang zum Anfahren. 

„Das Wahre für alle Wege“ lautet zurecht der Slogan von Riese & Müller. Das Delight GT Rohloff HS macht Lust auf Abenteuer und spontane Touren – egal wohin und hebt sich durch seine vielfältigen  Einsatzmöglichkeiten von den anderen zwei S-Pedelecs ab. Natürlich eignet es sich für den „daily commuter“, der schnell und entspannt zur Arbeit kommen will, aber gleichzeitig sind je nach gewählter Ausstattung auch mehrtägige Trekking Touren oder gar Mountainbiketouren bis hin zum Traileinsatz damit machbar. Mehr Flexibilität geht kaum! Ich bin mit dem Begriff Allrounder immer vorsichtig, aber das Delight Rohloff HS kommt dem jedenfalls ziemlich nahe. 

Test-Fazit 

Alle drei Speed-Pedelecs sind qualitativ sehr hochwertige Highend Fahrmaschinen und Paradebeispiele für hohe Ingenieurskunst. Ja, sie sind ihr Geld wert! Abhängig vom Einsatzzweck und den persönlichen Präferenzen, wird jedes Rad und jede Ausstattung garantiert seine Fans finden. Es gibt kein Besser oder Schlechter, sondern nur Unterschiede.  

Vorsicht: Bei nachträglichen Änderungen, die nicht vom Hersteller vorgesehen sind, erlischt bei einem S-Pedelec, bedingt durch die Einstufung als Kleinkraftrad, die Betriebserlaubnis.  Die Auswahl sollte daher sorgsam getroffen werden, um möglichst direkt das optimal passende S-Pedelec zu finden. Am sichersten geschieht dies durch kompetente Beratung  und Testfahrten bei einem Fachhändler. 

  • Geht es um eine größtmögliche Reichweite, in Kombination mit Flexibilität und einer intuitiv bedienbaren, wartungsarmen Schaltung, ist das Riese & Müller Supercharger2 GT Vario HS der Testsieger. 
  • Ist das Design besonders wichtig und das Einsatzgebiet primär das schnelle Pendeln im urbanen Raum, liegt das Stromer ST3 vorne. 
  • Will man ein Speed-Pedelec, das maximale Flexibilität bietet, ist das Riese & Müller Delight Rohloff HS für mich die erste Wahl. 

Da bleibt nur die Qual der Wahl, aber Testen und Aussuchen macht ja zum Glück Spaß! Last but not least – vielen Dank an die e-Bike Experten von e-motion e-Bike Welt Freiburg Süd für die großzügige Bereitstellung der Testräder! 

Euer Belchenradler Christof Steier 

Belchenradler: E-Biketouren Radreisen Fahrtechnik 

www.belchenradler.de 

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