Touren e-Bikes im Test: Das Corratec E-Power MTC

Eine Symbiose aus Trekking e-Bike und e-Mountainbike

Share on facebook
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email

„Gefällt Ihnen das Rad? Ja, gefällt mir!“ antwortet ein Pedelec-Fahrer mit dem ich während der Testfahrt zufällig ins Gespräch komme überzeugt und mit Nachdruck. Und ja, das Corratec E-Power MTC 12 Trinity Tube Gent gefällt tatsächlich. MTC bedeutet bei Corratec „Mountain Cross Bike“ und ist, wie die in Bayern ansässige Marke auf ihrer Webseite selbstbewusst verkündet, „Für jedes Gelände das perfekte Bike“. Grund genug sich das Corratec einmal näher anzuschauen. Nach dem Test des Focus Aventura² Trekking e-Bikes, ist dies das zweite Modell in unserem Touren e-Bike Vergleich:

Erster optischer Eindruck


Das Design des E-Power MTC ist modern und zeitgemäß. Mit seiner Dreifarbigkeit wirkt es schon im Stand dynamisch und sportlich. Der Schriftzug in Weiß, der Rahmen in einem modischen Grau und als Kontrast Applikationen in einem kräftigen, hellen Grün – das gefiel mir schon auf den ersten Blick.
Auch in Sachen Motorintegration ist das MTC am Puls der Zeit, wenn nicht sogar wegweisend. „Integrated Motor Technology“ nennt Corratec sein Konzept bei dem der verbaute Bosch Performance Line CX 4.0 förmlich mit dem Unterrohr und dem Rahmen verschmilzt, indem er teilweise so verkleidet wird, dass er dadurch fast unsichtbar wird. Klasse!

Wie beim Focus Aventura² ist auch beim Corratec MTC der stärkste Bosch-Antrieb verbaut. Ein Bosch Performance Line CX Gen.4 Motor, zusammen mit einem 625 Wh Akku und einem Bosch Purion Display.

Die Testfahrt mit dem Corratec E-Power MTC


Der Bosch CX schiebt gewohnt kraftvoll an. Auf den ersten Metern fällt schon gleich positiv auf, dass der Antrieb hier einen Tick leiser läuft als beim Focus. Ob dies mit der zuvor erwähnten „Integrated Motor Technologie“ zu tun hat, oder mit dem „Trinity Tube Rahmen“? Beim Corratec E-Power MTC 12S Trinity Tube Gent sorgen drei Kammern und eine Querstrebe im Rahmen für mehr Steifigkeit und Stabilität.
Die Position im Bike ist angenehm und dezent sportlich. Ein im Neigungswinkel verstellbarer Vorbau ermöglicht eine individuelle Anpassung an die gewünschte Sitzposition. Wer eine komfortablere, aufrechtere Position mag, stellt sich einfach den Vorbau etwas steiler ein. Wer es sportlicher mag stellt den Winkel etwas flacher ein.

Die ersten Kilometer verlaufen auf Asphalt in der Ebene. Die verbauten Rapid Rob 29“ Reifen in der Breite 2,25“, gelten als XC Mountainbikereifen. Sie rollen trotz leichtem Stollenprofil aber gutmütig auf Asphalt und unterstreichen das breite Einsatzgebiet des Corratec MTC. Meine Testfahrt führt mich nun zum Batzenberg, ein wunderschön im Rheintal gelegener Weinberg südlich von Freiburg, der alles beinhaltet was es für eine Testfahrt in dieser Kategorie braucht. Der Batzenberg bietet steile Passagen genauso wie einen steten Wechsel von asphaltierten Wegen und Natur beziehungsweise Schotterwegen.

Reifen am Corratec E-Power MTC

Die technischen Komponenten

Um es gleich vorweg zu nehmen: Hier ist das Corratec E-Power MTC in seinem Element! Ein Highlight in der Ausstattung ist dabei die 12-fach Sram Eagle-Schaltung beim MTC. Wenngleich es sich dabei um die günstigste SX Variante der exklusiven Eagle Baureihe handelt, verfügt die SX über die gleiche Bandbreite von 500 Prozent wie auch die deutlich teureren Versionen Auch an der Schaltperformance gibt es nichts auszusetzen. Eine 12-fach Schaltung bietet mir bei einem Pedelec den Vorteil, dass ich auch in einer niedrigeren Unterstützungsstufe noch angenehm leicht pedalieren kann. Das ist effizient, spart Kraft beim Treten und schont auch die Akkukapazität. Selbst steilste Passagen am Batzenberg kann ich mit dem Bosch CX 4.0, in Kombination mit der SRAM 12-fach Schaltung, relativ mühelos bewältigen. Und das ganz ohne Turbomodus.
Nachteile einer 12-fach Schaltung sind, dass sie penibel genau eingestellt sein muss, um sauber zu funktionieren, sowie die höheren Kosten für den Austausch der 12-fach Kassette bei Verschleißerscheinungen.

Front des Corratec E-Power MTC

Das Handling des Corratec E-Power MTC

Um das Handling des MTC zu prüfen, mache ich zuerst einen Slalomtest mit Pylonen, dann einen Radius-Test, mit kleinst möglichem Wendekreis. Das Corratec zeigt sich wendig und gutmütig. Es ist auch für weniger fahrtechnisch affine Fahrer einfach zu beherrschen. Beim Radius-Test zeigt sich wieder einmal, welche Vorzüge der Bosch CX Motor mit sich bringt. Er reagiert sehr feinfühlig auf die kleinsten Pedal-Bewegungen. So lässt sich die Kraftentfaltung wunderbar dosieren und man kann das Rad sicher um die engsten Kurven manövrieren.

Die hydraulische Tektro HDM 275 Bremsanlage mit 180 mm Scheiben vorne und hinten, lässt kaum Wünsche offen. Sie ist gut dosierbar, hat einen sauberen, klar definierten Druckpunkt und beisst wenn nötig auch kräftig zu. Die ergonomisch geformten Griffe die viel Auflagefläche bieten, sind für einen Handling-Test und sportliches Fahren allerdings eher nachteilig, weil sie kaum variable Griffpositionen zulassen.
Der nächste Abschnitt der Testfahrt führt mich auf unbefestigte Wege mit verschiedenen Untergründen – mal Grasboden, mal Schotter und dann welliger Naturboden mit tiefen Furchen. Ist das Corratec nun tatsächlich „das für jedes Gelände perfekte Bike“? Nun zunächst muss man dem MTC attestieren, dass es verwindungssteif gebaut und solide verarbeitet ist. Da klappert nichts und die Schwalbe Rapid Rob Stollenreifen sind hier in ihrem Element. Sie dämpfen gut, geben ordentlich Grip bergauf und genügend Sicherheit bergab.

Schade, dass die 80 mm SR Suntour-Stahlfedergabel da nicht ganz mithalten kann. Ich würde mir beim Corratec E-Power MTC eine Gabel mit sensiblerem Ansprechverhalten und etwas mehr Federweg wünschen, dann wäre sogar ein leichter Trail-Einsatz denkbar mit dem Modell. Wer weniger oft auf unbefestigten Wegen unterwegs ist, wird sich daran aber kaum stören. Die Gewichtsfreigabe liegt beim Corratec MTC bei 140 kg. Corratec bietet jedoch auch seine „Life“-Modelle an, mit einer Freigabe bis 180 kg Systemgewicht.

Fazit

Wer die Marke Corratec mit seinem E-Power MTC 12S als Trekking e-Bike bislang noch nicht auf dem Radar hatte, sollte dieses Rad unbedingt Probe fahren. Die große Übersetzungsbandbreite in Kombination mit den leichten Stollenreifen, sind der Garant für jede Menge Fahrspaß, auch auf bergigen Touren und abseits asphaltierter Strecken.

Herzlichen Dank an die E-Bike Experten von e-motion E-Bike Welt Freiburg Süd für die Bereitstellung des Testbikes.
Viel Spaß beim Testen!

Euer Belchenradler
e-Biketouren Radreisen Fahrtechnik
www.belchenradler.de

Christof

Christof

...alias der Belchenradler nimmt die neuesten e-Bikes unter die Lupe
Scroll to Top
Ganz ohne Wartezeit: Jetzt Termin schnell und einfach online vereinbaren!